Am Anfang war die Sehnsucht

Ja, so war´s. Die Sehnsucht nach der Ferne, die, wie mir scheint, mir von Geburt an mitgegeben ist. Schon immer ist mir das Fernweh sehr viel näher und nachvollziehbarer als dessen Antipode, das Heimweh. Die Lust auf die weite Welt wurde, möglicherweise, auch durch viele Reisen in meiner Kindheit verstärkt und fest in mir verwurzelt. Nahezu jeden Sommer flogen wir in die USA – und ich liebte es! Die Vereinigten Staaten verbinde ich bis heute mit einem ganz bestimmten Geruch, der einem direkt beim Verlassen des Flugzeugs in die Nase kommt. Es riecht nach Sommer, Meer, Burgern, Brownies, Rodeo und Seafood- einfach unwiderstehlich. Auch, wenn die USA meine erste große Länderliebe bleiben – faszinierte mich zunehmend das große, rote Land weit im Süden. Australien- schon der Name verspricht die volle Fernweh-Befriedigung. Ich las Bücher über die Traumpfade der Aborigines, über Schaffarmen im Outback, hörte Geschichten über Ned Kelly, den Robin Hood Australiens, und über das Land, das das Surfen erfunden haben soll. Und natürlich sah ich Hugh Jackman in „Australia“. Keine Frage, ich musste dahin! Und tatsächlich, vor einigen Jahren packten mein Partner Christoph und ich unsere Kinder und Koffer und flogen gen Süden – und flogen und flogen…Ja, Australien ist echt weit weg. Unsere Kinder, damals noch acht und neun, konnten ihr Glück gar nicht fassen – 24 Stunden non-stopp Filme gucken! Die Reise hatte sich in ihren Augen schon mehr als gelohnt, der Rückflug konnte kommen. Irgendwann landeten wir dann doch im wirklich traumhaft schönen Sydney, klapperten die bekannten Sehenswürdigkeiten ab, kämpften einige Tage mit dem Jetlag und machten uns dann auf den Weg die Küste entlang zur viel gepriesenen Great Ocean Road und den, nicht mehr ganz vollzähligen, Twelve Apostles. Wie ein Kind gefreut habe ich mich über das erste Känguru, dem bald unzählige folgten. Das war einfach großartig. Im wunderschönen Melbourne feierten wir Weihnachten und flogen von dort nach Auckland, um mit meiner Freundin Tawan und deren Familie Sylvester zu feiern. Neuseeland, ein weiteres Objekt meiner Fernweh-Begierde. Wir blieben eine Woche dort, fuhren von Nord- zu Südinsel und wieder zurück und hatten viel zu wenig Zeit für viel traumhaftes Neuseeland. Ähnlich erging es uns mit Australien – zurück in Brisbane mussten wir uns auch schon wieder, über einen Umweg über Fraser Island, auf den Weg nach Sydney machen, um unseren Rückflug nicht zu verpassen. Das Fazit damals: Zwei unglaublich schöne Länder in viel zu wenig Zeit mit viel zu viel Fahrerei. Die Sehnsucht blieb.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s